23.6.2008
Schülertagebuch zur Studienfahrt nach Berlin des 11er Geschichtskurses von Herrn Kinkelbur in Begleitung von Frau Kuhn:
"Der Traum eines jeden Schülers: ein wunderschöner Samstagmorgen um viertel vor fünf, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und dann zerreißt ein dröhnendes Geräusch die friedliche Stille...
– der Wecker! In Erwartung der Berlinfahrt mit unserem Geschichtskurs wälzt man sich mühsam aus dem Bett und unter die Dusche. Schnell werden die letzten Sachen in die Tasche gestopft, ein Kaffee runtergekippt (in der Hoffnung, dass das Koffein den Mensch in einem weckt) und dann geht’s auf zum Dortmunder Hauptbahnhof.
Völlig verquollen und mit Augenringen versammelten wir uns bis um halb acht nach und nach, versorgten uns noch schnell mit Brötchen und kuschelten uns schließlich in unsere ICE- Sitze.
Frisch von der erholenden Fahrt pilgerten wir über die Invalidenstraße mit Köfferchen oder Taschen bepackt zum Jugendgästehaus und von dort aus ohne unser Gepäck zum Deutschen Historischen Museum.
Mit mehr als genug Material für einen sechsstündigen Besuch, arbeiteten wir uns in knapp zwei Stunden durchs Museum auf der Suche nach Antworten auf Quizfragen wie „In welcher Sprache ist die Goldene Bulle abgefasst?“. Nach dem anstrengenden, aber auch interessanten Marsch durch zwei Jahrtausende deutscher Geschichte, eilten wir zur Jannowitzbrücke, um zu sehen, wie das Bötchen, das uns eigentlich zweieinhalb Stunden über die Spree schiffen sollte, gerade ablegt. „Kein Problem“, dachten wir uns und suchten uns ein anderes, das uns dann über drei Stunden in den Genuss von Sonne, Eis und auf Band aufgenommener Informationen brachte.
Nach dieser langen Ruhepause, teilten wir uns – ausgestattet mit Stadt- und S-Bahn-Plänen, sowie BVG-Tickets – in kleine Grüppchen auf und erkundeten Berlin.
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Ein wenig stolz schien Herr Kinkelbur doch, als er festellen durfte, dass sich alle pünktlich und wie vereinbart um Mitternacht auf den Zimmern befanden. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, in seinem karierten Schlafanzug einige Nachtschwärmer von Zimmerbesuchen während der Nachtruhe abzuhalten.
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Am nächsten Morgen, nach einer Nacht in einem überraschend komfortablen Zimmer und Bett genossen wir unser reichhaltiges Jugendherbergsfrühstück, verstauten unser Gepäck und brachen auf zu einem weiteren Punkt auf unserem vollen Reiseprogramm: dem Reichstag. Dort durften wir zu einem etwa dreiviertelstündigen Vortrag den Plenarsaal betreten (allerdings nur auf der Besuchertribüne) und den Stammplatz der Bundeskanzlerin bewundern (links neben dem Rednerpult).
Nach langer Wartezeit am Aufzug konnten wir leider nur etwa 15 Minuten auf Kuppel und Dachterrasse des Reichstagsgebäudes verbringen, von wo aus ganz Berlin zu bestaunen war.
Denn im Anschluss erwartete uns eine Führung in der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße, die zum Museum umfunktioniert worden ist. Diese mit vielen Zitaten ausgeschmückte Führung war insofern sehr persönlich und emotional, da die Führerin selbst sehr betroffen schien von der Geschichte des Judentums und der Synagoge.
Nach dem Besuch in der Synagoge waren alle froh über eine 40-minütige Pause im Zug nach Sachsenhausen, die einige auch für einen kleinen Mittagsschlaf nutzten.
Angekommen im ehemaligen Konzentrationslager gönnten wir uns alle ein mehr oder weniger ausgiebiges Essen (zumeist bestehend aus Pommes und Currywurst) und eine eisgekühlte Cola, da das Thermometer mittlerweile auf gefühlte 50°C geklettert war.
Das Museum selbst erkundete diesmal jeder ausgestattet mit einem Audioführer auf eigene Faust und gewann in diesen zwei Stunden neue Eindrücke, die sicher nicht so schnell vergessen werden.
Nach der Rückfahrt, auf der nun wirklich jeder mit dem Schlaf kämpfte, hatten wir noch einmal Zeit allein durch Berlin zu wandern und die letzten Touristenziele anzusteuern oder uns irgendwo ein Fleckchen Grün zu suchen und den so abrupt abgebrochenen Mittagsschlaf fortzusetzten.
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Für 20:30 Uhr war das Jugendgästehaus als Treffpunkt vereinbart worden, um von dort aus zusammen zum Hauptbahnhof zu gehen und in die reservierten ICE-Sitze zu fallen.
Obwohl wir alle todmüde waren vom vielen Laufen und Stehen, war an Schlaf gar nicht zu denken, also versuchte man sich anders zu beschäftigen: Einige spielten Videospiele auf einer tragbaren Spielekonsole (Typ wird nicht genannt, das wäre Schleichwerbung!), andere lenkten sich mit ihrem Sommerhoroskop ab oder hörten Musik, aber alle fieberten mit bei dem EM-Spiel Italien gegen Spanien, das Frau Kuhn (Italien-Fan!) und Herr Kinkelbur mit Hilfe eines tragbaren Radios verfolgten.
Als wir um 00:50 Uhr mit 10-minütiger Verspätung am Dortmunder Hauptbahnhof ankamen, trennte sich unsere Gruppe, um am nächsten Morgen zur dritten Stunde in der Schule zu erscheinen und in der Doppelstunde Geschichte bei einem gemeinsamen Frühstück ein Fazit zu der Reise zu ziehen.
Der Kurztrip nach Berlin lässt sich in fünf Worten zusammenfassen:
Vollgepackt, informativ, spannend, bewegend und mit Sicherheit unvergesslich!"
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