2.6.2009
Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Johannes Beisenherz sowie Vertretern weiterer politischer Parteien in Castrop-Rauxel als Vorbereitung auf das „Superwahljahr 2009“, organisiert durch die Schülervertretung des EBG.
Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 stand am Donnerstag, 28.05.2009, das Fach Politik in der 3. bis 6. Schulstunde auf dem Stundenplan. Auf der Bühne der EBG-Aula leitete der Schüler Mario Mohr als Moderator die Podiumsdiskussion im Kontext einer Aktion der Schülervertretung „Wir das EBG – für politische Aufklärung“.
In einer einleitenden Vorstellungsrunde konnten die Vertreter der Parteien zunächst kurz wesentliche Ziele ihrer Partei zusammenfassen.
Die Politiker redeten über Gewerbegebiete, Schulpolitik, Umwelt und Wirtschaft. „Eigentlich sind wir jetzt so schlau wie auch schon vor der Diskussion“, lässt sich von einem etwas griesgrämig dreinschauendem Schüler in der ersten Reihe vernehmen. Ein bisschen Recht hat er ja: Ein wirkliches Ergebnis erreichten die Politiker nicht; warum auch, sie machten ihre Meinung deutlich und sprachen darüber, wie es wäre, hätten sie die Macht, bei den Entscheidungen maßgeblich mitzuwirken.
Bei dem brisanten Thema „Schulsystem und Einheitsschule“ schienen jedoch viele Schüler auf ihren Sitzgelegenheiten wachzuwerden und begannen bei den Ausführungen von Hilmar Claus (CDU) Beifall zu klatschen, als dieser die geforderte Einheitsschule der Landes-SPD verurteilte. Bürgermeister Johannes Beisenherz (SPD) erwiderte darauf gekonnt, dass aber eine Änderung im Schulsystem unabdingbar sei, das Ernst-Barlach-Gymnasium darüber hinaus auch als Ganztagsgymnasium (Anmerkg. der Redakt.: ab Schj. 2010/2011 als Antwort auf gesellschaftl. Veränderungen) weiterhin das EBG bleibe.
Ingo Boxhammer von den Linken vertrat die Meinung, dass alle Schülerinnen und Schüler von einem möglichst langen gemeinsamen Lernen profitieren könnten.
Hermann-Josef Bohle von der Freien Wählerinitiative dagegen machte unmissverständlich deutlich, dass eine Schule der Zukunft niemals unter diesen Bedingungen fortgeführt werden könne und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler entgegen dem G8-Programm mehr Zeit und kleinere Klassen absolut brauchten.
Beim Thema „Studiengebühren“ stellte sich der Bürgermeister klar als Gewinner des Diskussionsteils heraus: Bildung jeglicher Form müsse für alle da sein und könne nicht ein Privileg für besser verdienende Personen und Familien sein. Jeder müsse dieselben Voraussetzungen vorfinden. Im Gegensatz dazu sprach Jürgen Adler von der FDP von kolossal schlechten Zuständen und Bedingungen an den Universitäten, die nur durch Zuschüsse ausgeglichen werden könnten. Da diese aber nicht vom Land aufgebracht werden könnten, müssen zu den weiterhin vorhandenen Steuermitteln „private Gelder“ fließen.
Johannes Kampmann von den Grünen unterstützte die Ausführungen von Herrn Beisenherz und meinte, dass er (selbst Student) seit Einführung der Gebühren bis heute keinerlei Verbesserung erkennen könne. Johannes Beisenherz ergänzte, dass z.B. sein eigenes Studium unter heutigen Gesichtspunkten unmöglich gewesen sei und deshalb leider nie in Frage gekommen wäre. Er drängte auf ein Zurückkommen auf die frühere Regelung ohne Studiengebühren.
Final waren sich doch alle Vertreter der Parteien überraschenderweise in einem Punkt einig: Das Wichtigste ist eine hohe Wahlbeteiligung bei den anstehenden Wahlen, um rassistischen Parteien keinerlei Schlupfloch zu bieten, an die Macht zu gelangen.
Und um auf die Frage einiger Teilnehmer zu antworten, wer denn nun letztendlich gewonnen hätte: Die Schüler! Sie stellten erstklassige Fragen und verliehen der Diskussion ein rundum tolles Ambiente.
Vielen Dank an Teilnehmer und Zuhörer. Mit dem Programm der Schülervertretung „Wir das EBG – für politische Aufklärung“ wurde der richtige Weg eingeschlagen. Nur so kann die Schule der Zukunft aussehen! (LF/RP)
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