Erprobungsstufe am EBG

Der Wechsel Ihres Kindes von der Grundschule zur Erprobungsstufe des Gymnasiums stellt einen tiefen Einschnitt dar. Die vertraute Lernumgebung der überschaubaren Grundschule weicht einer neuen Lernsituation, in der sich Ihr Kind zunächst zurecht finden muss. Ohne Zweifel treten heute Kinder in die Erprobungsstufe des EBG ein, die im Vergleich zu früheren Jahren in einer veränderten Umwelt eine veränderte Kindheit erfahren haben und noch erfahren. Man kann diese Veränderungen bedauern oder begrüßen; auf jeden Fall muss eine Schule auf diese Veränderungen, soweit sie kann, reagieren.

 

Zu den uns bekannten Schwierigkeiten gehören

-          Ein längerer Schulweg

-          Unterricht in mehr Fächern durch mehr Lehrer

-          Dadurch eine schwerere Schultasche, die auch noch jeden Tag neu zusammengestellt werden muss

-          Größere Klassen

-          Verlust von Freunden, die andere Schulen besuchen

 

Wir können den Schulweg Ihres Kindes nicht ändern, üben aber mit Ihrem Kind den Weg von der Bushaltestelle zur Schule. Wir können die Zahl der Unterrichtsfächer nicht verändern, trainieren aber mit Ihrem Kind die Organisation des „Schul“tagesablaufs. Wir können nicht jedes Grundschulkind aufnehmen, aber wir achten darauf, dass Kinder aus einer Klasse weiterhin gemeinsam in der neuen fünften Klasse sind. Manchmal gelingt es uns sogar, dass alle Kinder einer Grundschule in einer Klasse zusammenlernen. So werden oft aus Bekanntschaften der Grundschulzeit neue Freundschaften, die außerhalb der Schulzeit durch Ortsnähe vertieft werden können. Wir können nicht die Grundschule kopieren, helfen Ihrem Kind besonders in der ersten Schulwoche, sich in der neuen Schule zurecht zu finden.

 

Durch die Verkürzung der Sekundarstufe I auf nunmehr fünf Jahre kommt es zu einer Konzentration des Lernens. So wird die zweite Fremdsprache (Latein, Französisch) bereits in der sechsten Klasse unterrichtet. Die höheren Leistungsanforderungen, die letztlich das Abitur nach 12 Schuljahren ermöglichen, können zu Schwierigkeiten bei Ihrem Kind führen. Wir können nicht für Ihr Kind lernen, wir können aber Ihrem Kind zeigen, wie man lernt.

 

Bitte erwarten Sie nicht, dass die Noten Ihres Kindes, das zu den besten seiner Grundschulklasse gehört, unverändert weiter gut sind. Wenn die „Besten der Besten“ zusammenkommen, kann leicht der vormals „Beste“ nur „Durchschnitt“ sein. Machen Sie Ihrem Kind Mut und lassen Sie uns gemeinsam das Ziel angehen:

 

Abitur am EBG 2019

 


Über mehrere Jahre ist dazu am EBG das folgende Konzept entwickelt worden:

1. Die Position der KlassenlehrerInnen ist zu stärken, um eine umfassende Kooperation aller am Erziehungsprozess Beteiligten zu ermöglichen und eine planvolle und fächerübergreifende Erziehungsarbeit zu gewährleisten.

2. Der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium ist "sanfter" zu gestalten. Dazu ist erforderlich

  • das Fachlehrerprinzip zugunsten der Möglichkeit einer stärkeren Personalisierung aufzubrechen
  • den Erfahrungsaustausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen und des Gymnasiums zu intensivieren
  • Arbeitsmethoden und Arbeitstechniken, die die Kinder in der Grundschule gelernt haben, im Unterricht der Erprobungsstufe fortzuführen (selbstständiges Lernen).

3. Der Unterricht in der Erprobungsstufe ist durch ein entsprechendes Förderkonzept zu ergänzen, um:
  • durch in den Stundenplan integrierte Ergänzungsstunden in Deutsch, Englisch und Mathematik frühzeitig auftretende individuelle Schwierigkeiten durch eine individuelle Förderung auszugleichen
  • durch entsprechende Maßnahmen Konzentrationsdefizite abzubauen, die Arbeitsbereitschaft zu erhöhen und fächerübergreifende Arbeitstechniken einzuüben

4. Der Unterricht in der Erprobungsstufe ist durch eine stärkere Schülerorientierung zu gestalten, die gekennzeichnet ist durch:
  • handelndes Umgehen mit den Unterrichtsgegenständen
  • differenzierende und individualisierende Unterrichtsformen
  • Mitverantwortung für eigene und fremde Lernprozesse.

5. Alle am Erziehungsprozeß Beteiligten sind durch ein Beratungskonzept zu unterstützen.

Ein Beispiel zum Lehrplan der Jgst. 5